Ein millimetergenaues Gameplay, Spielgefühl, das keine Falten zeigt: Manche Spiele bleiben auch Jahre später ein Genuss mit dem Controller in der Hand. Dieses Top 100 versammelt die Retro-Spiele mit dem ausgereiftesten Gameplay, basierend auf den neu bewerteten Noten von RomWize. Zu jedem Spiel: seine aktuelle Note, seine Versionen, deren Seltenheit und Sammlerwert.
"Zwei der vier Waffen zu neuen zu kombinieren eröffnet eine seltene taktische Bandbreite, und jeder Abschnitt erfindet seine Regeln neu: eine rasende Lore, ein riesiges Brettspiel, Luftduelle. Dieser unermüdliche Erfindungsreichtum, getragen von prächtiger Animation, ergibt ein jubelndes Run-and-Gun. Die Vielfalt und Wucht der Action haben Jahrzehnte später nichts von ihrem Glanz verloren."
"Das Segel hissen, einen glitzernden Ozean durchschneiden und auf zu durchstöbernden Inseln anlegen: Das Segeln gibt seinen eigenen Rhythmus vor, beschaulich und frei. Der flüssige, lesbare Schwertkampf durchsetzt die Erkundung mit spektakulären Paraden. Die langen Überfahrten können ermüden, doch das zeitlose Cel-Shading und die sanfte Steuerung halten es so angenehm wie eh und je."
"Alles ruht auf einer cleveren Balance aus Highschool-Lebenssimulation und Dungeon-Erkundung: seine Zeit einzuteilen, Bindungen zu knüpfen und diese Sympathien dann in Kampfkraft umzumünzen, erzeugt eine ungemein fesselnde Schleife. Das auf das Ausnutzen von Schwächen gebaute Rundensystem bleibt klar und taktisch. Auf Vita erweitert und geglättet, ist es kaum gealtert und bleibt ein idealer Einstieg ins J-RPG."
"Hinter seiner Remake-Fassade verbirgt dieser Titel über hundert Tableaus, die das Platforming zum Rätsel machen: Mario springt, macht den Handstand und wirft Objekte, um den Schlüssel und dann die Tür zu erreichen. Der Reichtum des Movesets und der Einfallsreichtum der Level halten noch immer tadellos. Ein Maßstab, oft als einer der Gipfel des Genres auf dem System genannt."
"Bei diesen Überschallgeschwindigkeiten wird alles zur Vorausschau: die Streckenführung einprägen, die Luftbremsen im richtigen Moment auslösen und Schüsse setzen, ohne vom Gas zu gehen. Das Anti-Schwerkraft-Gleitgefühl, vermählt mit einem Kult-Electro-Soundtrack, liefert einen ungetrübten Rausch. Die Texturen sind gealtert, doch die Reinheit des Fahrens und das Rhythmusgefühl bleiben ein Gipfel des futuristischen Rennsports."
"Mario zu bewegen ist noch immer ein Genuss: Schwung, Dreifachsprung, Hechtsprung und Wandsprung reagieren mit einer Geschmeidigkeit, die den gesamten 3D-Plattformer geprägt hat. Die Freiheit, die Spielkasten-Level zu erkunden, bewahrt eine erstaunliche Frische. Die Kamera, wegweisend, aber launisch, zeigt ihre Grenzen; die Steuerung des Helden aber bleibt eine Lektion in Spielbarkeit, berauschend bei jedem Wiedersehen."
"Mit dem Cape zu schweben, auf Yoshi zu reiten und Geheimausgänge aufzuspüren erschließt eine labyrinthische Weltkarte von unerschöpflichem Reichtum. Marios perfekt abgestimmte Trägheit macht jeden Sprung intuitiv und präzise. Ein Musterbeispiel für die Balance zwischen Erkundung und Geschicklichkeit, bleibt dieses Jump ’n’ Run eine absolute Referenz, deren Spielfreude ungeschmälert bleibt."
"Elementare Schwachen auszunutzen, um Extrazuge aneinanderzureihen und Rundumangriffe auszulosen, verleiht den rundenbasierten Kampfen eine jubelnde Spritzigkeit. Die Verwaltung von Kalender und sozialen Bindungen formt einen fesselnden Rhythmus. So stilvoll wie tiefgrundig, bewahrt sich dieses JRPG ein klares, suchtig machendes System, das es heute unwiderstehlich macht."
"Jede aufgenommene Karte mischt den nächsten Run neu, und genau da beginnt der Sog: Deck, Relikte und deine Risikoeinschätzung formieren sich ständig neu. Die vier Charaktere erzwingen radikal verschiedene Logiken, und die Wiederspielbarkeit kennt keine sichtbare Grenze. Ob Controller oder Touch, das mobile Handling ist tadellos. Der minimalistische Look ist gealtert, das Balancing nicht."
"Die Action nach Belieben verlangsamen, beschleunigen oder heranzoomen, um Schläge zu verstärken und Fallen zu lösen: Diese VFX-Kräfte erfinden das Beat'em-up als schelmisches Timing-Spiel neu. Der comichafte Cel-Shading-Stil ist keinen Tag gealtert, und der knackige Schwierigkeitsgrad belohnt Meisterschaft. Fordernd und einfallsreich, bleibt dieses Ideenkonzentrat ein Hauch Originalität im Spielgefühl."
"Im letzten Moment ausweichen, kontern, zuschlagen und sofort weiter: das Waffengefühl grenzt an Besessenheit und packt einen binnen Minuten. Die Roguelite-Struktur bestraft, ohne zu frustrieren, denn der Tod entfacht stets die Lust auf den nächsten Wahnsinn. Metroidvania-Abzweige laden zum Durchstöbern jedes Winkels ein. Flüssige Pixelkunst, voller Mobilkomfort, ungebrochene Schärfe gegen jüngste Konkurrenz."
"Jede gegnerische Absicht im Voraus zu sehen macht jeden Zug zu einem klaren Schachproblem: einen Mech so stellen, dass er einen Käfer in den Nachbarn schiebt, wird zur taktischen Freude. Auf winzigen Rastern schärft die volle Information die Spannung, statt sie zu dämpfen, denn jeder Patzer gehört allein dir. Kompakt, doch unerschöpflich und keinen Tag gealtert."
"Linien zu stapeln, während der ganze Bildschirm im Takt des Spiels pulsiert, vibriert und singt, ist schlicht hypnotisch. Die Zone, die die Zeit anhält, um Reihen zu türmen, fügt eine strategische Ebene hinzu, ohne die uralte Geste zu beschweren. Der Connected-Modus erneuert Versus und Koop. Im Handheld verstärkt sich der meditative Effekt noch. Optisch zeitlos, technisch tadellos."
"Durch die Schatten schleichen, Sichtfelder lesen und improvisieren, wenn der Alarm losgeht: Die Schleicherei findet hier eine Übersichtlichkeit und Spannung, die nichts verloren haben. Das auf List zugeschnittene Leveldesign und die einfallsreiche Inszenierung tragen eine Spielbarkeit von beständiger Intelligenz. Die feste Kamera überrascht heute, doch die Freude, die Wachen auszutricksen, bleibt so frisch wie am ersten Tag."
"Im Katzenanzug eine Wand hochzuklettern fasst mit einer Geste die Klugheit des vertikalen, klar lesbaren Leveldesigns zusammen. Kurze, dichte Level passen zu Schnellsessions wie zum fröhlichen Chaos der Vierer-Koop. Das ergänzte Bowser's Fury beweist, dass Mario auch in offenen Welten atmet. Die feste Kamera verrät die Wii-U-Herkunft, doch das Gesamtpaket bleibt makellos."
"Tagsüber zum Fischen tauchen, nachts einen hektischen Sushi-Laden führen: aus dieser schrägen Idee entsteht eine Schleife, weit reicher als erwartet. Der Wechsel aus stets wandelbarer Unterwassererkundung und Service unter Druck setzt einen erstaunlich süchtig machenden Rhythmus. Abschweifungen gibt es reichlich, mitunter zerfasernd, doch die komische Energie trägt alles. Ausdrucksstarke Pixelkunst, solides Design, anmutiges Altern garantiert."
"Peitsche, Dracula und die Castlevania-Themen in einer so spritzigen Engine wiederzufinden, ist ein Schuldvergnügen, vor allem für alle, die mit der Saga aufwuchsen. Die geliehenen Waffen fügen sich ins System, ohne das Fundament zu kippen, das Motion Twins makelloses Roguelite bleibt. Wer schon alles besitzt, verliert an Reiz, doch als Einstieg ist diese kompakte Edition der beste Weg hinein."
"Schlage, Konter und Gadgets in einem einzigen Fluss aneinanderzureihen macht den Kampf zu einem Ballett von berauschender Geschmeidigkeit, bei dem das Lesen der Gegner alles ist. Die Raubtier-Passagen, in denen man Wachen aus dem Schatten ausschaltet, variieren das Tempo mit echtem Geschick. Als Massstab des lizenzierten Action-Adventures bewahrt die Anstalt eine Steuerung und ein Rhythmusgefuehl, die kein bisschen gealtert sind."
"Das Schicksal von sechzig Seeleuten durch reine Deduktion zu rekonstruieren, ohne Pfeil oder Marker, verlangt eine Aufmerksamkeit, die kaum ein Spiel wagt einzufordern. Jeder eingefrorene Moment wird zur Szene, die man liest, abgleicht und löst. Der monochrome, Macintosh-inspirierte Look meidet Realismus und altert daher nie. Die Struktur belohnt Beobachtung statt Reflexe. Ein dichtes Rätsel, einmal genossen, doch fürs Leben eingeprägt."
"Diese erweiterte Ausgabe pfropft dem Schleichabenteuer einen Berg von VR-Missionen auf, die jede Mechanik isolieren und voll ausreizen: Schießen, Nahkampf, Auskundschaften. Man kehrt zurück, um die Technik zu verfeinern, ebenso wie für die Geschichte. Das ohnehin glänzende Spielgerüst gewinnt so an Wiederspielwert, und die Präzision der Manöver bleibt ein Maßstab des Genres."