Eine Figur, die mit dir spricht, ein Boss, der deine Memory Card liest, ein Spiel, das weiß, dass es eines ist: Die vierte Wand zu durchbrechen heißt, dort zu überraschen, wo man es nicht erwartet. Diese Top 50 versammelt die cleversten Retro-Titel in dieser Disziplin. RomWize ergänzt jeden mit seiner neu bewerteten Note, seinen Versionen, deren Seltenheit und deren Sammlerwert.
"Eine Stealth-Fortsetzung, die ihre eigene Oberfläche allmählich zur Falle macht: Die Funkkontakte wenden sich am Ende an dich, den Spieler hinter dem Pad, verzerren die Anzeige und legen dir sogar nahe, die Konsole auszuschalten. Dieser schwindelerregende Sturz in den Zweifel, in dem das Spiel deinen Spielerstatus kommentiert, bleibt ein unerreichtes erzählerisches Wagnis."
"Die erweiterte Ausgabe des hinterhältigsten Kapitels der Reihe, in dem die Grenze zwischen Fiktion und Spieler unvermittelt verschwimmt: Funksprüche, die dich direkt ansprechen, eine sabotierte Anzeige, klare Anspielungen auf deine Konsole und deine Speicherstände. Diese Meta-Schwindel, um neue Missionen ergänzt, haben nichts von ihrer verstörenden Wirkung verloren."
"Während der Verstand deiner Hauptfiguren wankt, nimmt sich das Abenteuer deine eigene Wahrnehmung zur Sabotage vor: Bild, Ton und selbst die banalsten Gewissheiten des Spielers werden ohne Vorwarnung verdächtig. Über seine Kniffe schweigt man besser, denn die Überraschung ist alles — kaum ein Horrorspiel geht so frontal auf den los, der das Pad hält."
"Ein Meilenstein der Schleichspiele, der mit diebischer Freude aus seiner eigenen Fiktion tritt: Ein telepathischer Gegner durchforstet deine Memory Card und reagiert auf den Controller in deinen Händen, während sich ein entscheidender Code auf der Rückseite der Hülle statt im Spiel verbirgt. Diese Brüche, verblüffend und beunruhigend zugleich, zählen zu den meistzitierten des Mediums."
"Eine erweiterte Fassung des Stealth-Meisterwerks, ergänzt um die VR-Missionen, in der die Fiktion weiter in die Wirklichkeit überschwappt: Ein gedankenlesender Gegner wühlt in deinen Spielständen und spielt mit dem Controller in deiner Hand, und manche Geheimnisse stecken sogar auf der Verpackung. Diese Art, den Spieler zum Zeugen zu nehmen, hinterließ bleibenden Eindruck."
"Die vierte Wand zu durchbrechen ist das eigentliche Thema des Spiels: Der Erzähler kommentiert deine Handlungen, spottet über deine Entscheidungen und spricht in Echtzeit mit dir. Dieses ständige Bewusstsein deiner Anwesenheit macht es zu einem der vollendetsten Meta-Werke des Mediums."
"Ein Dschungel-Prequel, das seine Rahmenbrüche direkt in deine Hardware einbettet: Ein legendäres Scharfschützenduell lässt sich durch Manipulation der Konsolenuhr entscheiden, und bestimmte Momente kapern den Controller oder gar seine Ports. Keine Gimmicks, sondern Ideen, die deine Spielerinstinkte zu Spielwerkzeugen machen – mit unvergesslicher Wirkung."
"Die definitive Fassung des Dschungel-Prequels bewahrt ihre neckischen Spielereien mit dem Spieler: Ein mythisches Duell löst sich, indem man die Uhr der Maschine betrügt, während andere Szenen mit dem Controller und deinen Gewohnheiten spielen. Dazu eine überarbeitete Kamera – und diese Anspielungen auf die Hardware bleiben ein Gipfel des Einfallsreichtums."
"Der dämmrige Abschluss einer Schleich-Legende, in der die Helden zu wissen scheinen, dass sie durch eine Geschichte ziehen, die sich ihrem Ende nähert. Zwischen deutlichen Anspielungen auf PlayStation-Hardware, Szenen, die direkt an die Person am Pad gerichtet sind, und schelmischen Rückgriffen auf frühere Teile verwischt das Epos beständig Fiktion und Spiel — ein ebenso pathetischer wie vertrauter Abschied."
"Unter seiner bunten, schrägen Abenteuerfassade verbirgt dieses RPG eine verstörende Vertrautheit: Schon früh fragt es nach deinem eigenen Vornamen und vergisst ihn nie. Im entscheidenden Moment wendet es sich nicht mehr nur an die Helden, sondern an dich, auf der anderen Seite des Bildschirms. Ein leiser, erschütternder Bruch, den wir nicht verraten — man muss ihn selbst erleben, Controller in der Hand."
"Ein schmutzmäuliges Eichhörnchen ohne jeden Respekt vor dem Rand des Bildschirms: zwischen zwei Katern wendet sich der Held direkt an dich, verspottet die Konventionen des Mediums und kommentiert Speichern und Steuerung, als kenne er das Pad in deinen Händen. Diese meta-freche, urkomische und bissige Haltung macht seine Parodie unvergesslich."
"Hinter dem zärtlichen Humor und der Seltsamkeit dieses japanischen RPGs verbirgt sich eine seltene Geste: Das Spiel merkt sich leise, wer du wirklich bist, bis es sich dir zuwendet, als alles ins Wanken gerät. Die Grenze zwischen den Figuren und der Person am Controller löst sich für einen Atemzug auf, in einer Rührung, die kein Spoiler ersetzen kann."
"Das Spiel durchbricht die vierte Wand mit Schalk: Es kennt deinen Namen, kommentiert deine Spielstände, spricht den Spieler direkt an und trennt die Figur, die du verkörperst, von dem Willen, der sie lenkt. Diese Brüche, von Undertale geerbt, sind keine Gimmicks, sondern der Kern seiner Aussage über Kontrolle und Entscheidung."