Der geistige Nachfolger von Undertale hält jedes Versprechen: scharfes Schreiben, meisterhafte Musik und lebhaftere Kämpfe. Das episodische Format frustriert durch das Warten zwischen den Kapiteln, doch jede Lieferung ist ein kleines Ereignis.
Euer Urteil
Kategorie
Rollenspiel1 Spieler12+
Beschreibung
Ein episodisches RPG von Toby Fox, dem Schöpfer von Undertale, dessen erste Kapitel 2025 auf Switch erschienen. Kris, Susie und Ralsei durchqueren eine traumhafte Dunkle Welt in Rundenkämpfen, durchsetzt mit Bullet-Hell-Ausweichen. Humor, Melancholie und unvergessliche Musik erweitern das Undertale-Universum, ohne es zu wiederholen.
Deltarune im Test
4/5
Art-Design
★★★★★
"Markant"
MAX
Musik
★★★★★
"Legendär"
MAX
Story
★★★★★
"Meisterhaft"
Toby Fox komponiert den Soundtrack selbst mit wildem Einfallsreichtum: Leitmotive, die über Kapitel hinweg widerhallen, mitreißende Bossthemen und Stücke von entwaffnender Emotion. Die Musik ist untrennbar mit der Identität des Spiels verbunden und verfolgt die Erinnerung lange.
Toby Fox verbindet absurde Komik und plötzlichen Ernst mit seltener Leichtigkeit: Ein Witz kann in einer einzigen Zeile in existenziellen Schwindel kippen. Das Schreiben charakterisiert jede Figur allein durch ihre Stimme und destilliert ein Rätsel über Schicksal und Kontrolle, das jedem Kapitel eine Dichte weit jenseits seiner Länge verleiht.
Gameplay
"Meisterhaft"
Die Kämpfe verbinden Rundentaktik und Bullet-Hell-Ausweichen: Jeder Kampf verlangt, Muster zu lesen und dabei zwischen Verschonen und Zuschlagen zu wählen. Diese Hybridform, reicher als Undertale, macht das Gameplay ebenso überraschend wie lohnend zu meistern.
Die Bosse sind Glanzstücke: Jeder hat Persönlichkeit, eigene Zeilen und ein Bullet-Hell-Muster, das sich wie Choreografie liest. Man kann sie verschonen oder besiegen, und diese moralische Wahl verleiht jeder Konfrontation einen Widerhall weit jenseits reiner Herausforderung.
Wenn das Spiel die vierte Wand durchbricht
Das Spiel durchbricht die vierte Wand mit Schalk: Es kennt deinen Namen, kommentiert deine Spielstände, spricht den Spieler direkt an und trennt die Figur, die du verkörperst, von dem Willen, der sie lenkt. Diese Brüche, von Undertale geerbt, sind keine Gimmicks, sondern der Kern seiner Aussage über Kontrolle und Entscheidung.
Eine fragwürdige Moral
Unter seinem Humor lotet das Spiel den freien Willen aus: Wie viel zählen unsere Entscheidungen, wenn eine Stimme auf einen dunkleren Weg drängt? Verschonen oder Zuschlagen ist nie belanglos, und das Spiel beobachtet den Spieler ebenso, wie es ihn handeln lässt, und sät einen moralischen Zweifel, der mit jedem Kapitel wächst.